Umstrittenes Geschäft—Walfang in Skandinavien gestern und heute

Nur noch wenige Staaten weltweit dürfen legalen Walfang betreiben. Einige skandinavische Länder gehören dazu. Zwischen Tierschutz und Tradition—ein Blick auf den Walfang im hohen Norden.
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Umstrittenes Geschäft—Walfang in Skandinavien gestern und heute

Nur noch wenige Staaten weltweit dürfen legalen Walfang betreiben. Einige skandinavische Länder gehören dazu. Zwischen Tierschutz und Tradition—ein Blick auf den Walfang im hohen Norden.

Verboten—eigentlich

Seit 1986 gibt es ein weltweites Verbot kommerzieller Walfangaktivitäten. Durch den Beschluss der Internationalen Walfangkommission (IWC) retten die 89 Vertragsstaaten hunderttausenden Walen das Leben. Leider gibt es Schlupflöcher: Wenige Staaten, wie zum Beispiel die Japaner, jagen zum Beispiel unter dem Deckmantel der Forschung.

Foto von Oceancare

Nutztier aus dem Meer

Bereits vor 7000 Jahren hat der Mensch Wale gejagt. Nicht nur in den für Walfang bekannten Gegenden wie Skandinavien oder Japan, sondern auch in Korea und Russland, wurde der Wal als Nutztier angesehen. Dieses Bild zeigt ein Gemälde des niederländischen Marinemalers Abraham Storck aus dem Jahre 1690 vor Spitzbergen in Norwegen.

Foto von Abraham Storck, Walvisvangst bij de kust van Spitsbergen – Dutch whalers near Spitsbergen (Abraham Storck, 1690)

Berühmter Beobachter

Auch der berühmte Seefahrer und Entdecker James Cook kam im 18. Jahrhundert mit Walfängern in Berührung. Cook war für seine kartographischen Leistungen der pazifischen Inselwelt und durch seine Südseereisen bekannt geworden.

Foto von Archival Photograph by Mr. Sean Linehan, Cook-whaling

Licht aus Wal

Im 18. Jahrhundert wurden die Wale auch für ihr Walöl gejagt. Das als Tran bezeichnete Walöl hat man lange Zeit zum Verbrennen Lampen verwendet. (Die Beleidigung „Tranfunsel“ hat genau hier ihren Ursprung.) Aus dem Tran hat man daraus Seifen, Salben, Suppen, Farben, Gelatine oder Speisefette wie zum Beispiel Margarine hergestellt.

Foto von J.B. Homann

Tödliche Tradition

Eine alte Tradition auf den Färöer-Inselnn ist der Fang von Weißseitendelfine für den Eigenbedarf. Grindadráp heißt der Grindwalfang auf den Färöern. Früher wurden Walsichtungen über den Rundfunk geteilt, heute geht es über Mobiltelefone noch schneller. Mit mit vielen Motorboten locken die Walfänger die Tiere in Buchten, denn dort ist das Töten der Wale erlaubt.

Foto von Erik Christensen, Whaling in the Faroe Islands, CC BY-SA 3.0

Tödliche Waffe

Aus einer Entfernung von mindestens 20 Metern müssen Walfänger an die Meeressäuger herankommen. Dann schießen sie eine Explosiv-Harpune mit Sprengkörper in den Wal, dessen Körper dann innerlich zerreißt.

Foto von Morten Lindhard / WWF

Rekordhalter Norwegen

Tradition — so verkaufen die Norweger den Walfang der Öffentlichkeit. In den Jahren 2014 und 2015 haben die Walfänger Norwegens mehr Wale getötet als Japan und Island zusammen. Insgesamt 12 000 Zwergwale haben Norwegens Waljäger seit dem Walfangmoratorium von 1986 getötet.

Foto von Morten Lindhard / WWF

Großes Geschäft

Auf den isländischen Fangbooten prangt meistens der Name Hvalur – Islands größtes Walfangunternehmen. Der Inhaber, Kristján Loftsson, steht international immer wieder in der Kritik. Böse Zungen behaupten, er sei der meistgehasste Mensch auf Island. 715 Finnwale und 445 Zwergwale haben Isländer seit dem Walfangmoratorium mit Explosivharpunen gejagt.

Foto von Morten Lindhard / WWF

Unmoralische Delikatesse

Sei es als Salami, Steak mit Pfefferkruste oder als getrocknete Stücke: Oft werden den Touristen in den jeweiligen Ländern Walfleisch kostenlos angeboten. Hier gilt es, als Tourist entschieden solche Angebote abzulehnen.

Foto von WDC

Walbier und Genitalien

Abgepacktes Walfleisch aus Island. 2014 brauten die Isländer sogar Walbier aus Finnwalen. Erst war es verboten, dann doch wieder erlaubt. In den Zutaten war unter anderem Walmehl, später sogar geräucherter Finnwahlhoden.

Foto von WDC